Am Komposthaufen scheiden sich häufig die Geister. Dem einen ist er ein besserer Abfallhaufen im Garten, dem anderen eine sinnvolle Möglichkeit, Gartenabfälle einer nachhaltigen Verwendung zuzuführen. Der eine fühlt sich durch den unangenehmen Geruch abgeschreckt, der andere mag den leicht modrigen Duft eines gesunden Laubwaldbodens. Wie auch immer, Tatsache ist, dass verrottetes organisches Material grundsätzlich einen idealen organischen Dünger darstellt, der ganz wesentlich zur Bodenverbesserung des Gartens beitragen kann. Vorausgesetzt, man kompostiert richtig!
Unangenehm riecht ein Komposthaufen vor allen Dingen dann, wenn dort Abfälle entsorgt werden, die dort nicht hingehören und keine ausreichende Menge an Sauerstoff verfügbar ist. Küchenabfälle, die von Tieren stammen, faules Obst, verdorbene und verschimmelte Lebensmittel oder kranke Pflanzen haben dort nichts zu suchen. Nicht nur wegen des Geruches, sondern auch weil dieser Schädlinge, wie Ratten, Fliegen, Schnecken oder Mäuse anlockt.
Komposthaufen dagegen, auf denen in erster Linie gehäckselte Gartenabfälle, Schnittmaterial, angetrocknetes Gras, locker geschichtetes Laub, Stroh, Kleintiermist, samenfreies Unkraut, Holzspäne und pflanzliche Küchenabfälle entsorgt werden, dürften nie unangenehm riechen, solange ausreichend Sauerstoff zur Gewährleistung der mikrobakteriellen Umsetzung verfügbar ist (aerober Abbau). Verläuft aber der Abbau unter Ausschluss von Sauerstoff bilden sich unangenehm riechende Schwefelwasserstoffverbindungen, die nicht nur Ihnen, sondern auch Ihren Nachbarn im wahrsten Sinne des Wortes Kopfschmerzen bereiten können.
Hier noch einige Tipps zur Verwendung einer Kompostieranlage:
Die Fläche, auf der das Kompostmaterial aufgebracht wird, sollte grundsätzlich Bodenkontakt haben, da die zur Kompostierung notwendigen Bodenlebewesen bei starkem Frost die Möglichkeit haben müssen, sich in tiefere Bodenschichten zurückzuziehen.
Für eine Verrottung, die gut zu verarbeitendes Material hervorbringt, ist mindestens ein Jahr einzuplanen. Wird der Komposter immer wieder aufgefüllt, können nur die unteren Schichten entnommen werden. Aus diesem Grund ist es zweckmäßig, mehrere Komposter, die Material für eineinhalb Jahre aufnehmen können, im Garten aufzustellen.
Verbrauchen Sie den Kompost, der ein bis eineinhalb Jahre gereift ist, relativ schnell, denn nach einem Jahr verringert sich der Nährstoffgehalt allmählich. Später kann der Kompost allenfalls noch zur Verbesserung der Bodenstruktur, nicht aber mehr als wirkungsvoller Dünger eingesetzt werden.
Bedecken Sie grundsätzlich den Komposthaufen, denn eine zu dauerhafte Beregnung durchnässt zum einen den Kompost zu stark, was zu unangenehmen Gerüchen führt. Zum anderen läuft aus dem gesättigten Haufen Sickerwasser nach unten ab, das wichtige Nährstoffe ausspült und vor allen Dingen Stickstoff in Form von Nitraten und anderen Salzen in tiefe Bodenschichten bis hin zum Grundwasser sickern lässt.
An einem leicht grauen Schimmelbelag und am Pilzgeruch lässt sich erkennen, dass ein Komposthaufen zu trocken ist. Das ist vor allen Dingen bei Laub- und Holzspanlagerung sowie bei starker Überhitzung an regenarmen Sommertagen der Fall. Sie sollten daher immer gezielt feuchtere Abfälle wie Obst oder Gemüse untermischen. Gegebenenfalls müssen Sie den Haufen auch mal künstlich bewässern.
Eine gute Möglichkeit die Austrocknung des Kompostes zu verringern, ist die Bepflanzung mit einjährigen , großblättrigen Pflanzen wie z. B den Zierkürbis.
Kompost, den Sie in Ihrem Garten verwenden, sollte grundsätzlich aus dem eigenen Garten oder aus einem zertifizierten Gartenfachbetrieb kommen.
Kompost sollte nie allein verwendet werden, sondern soll der beim Pflanzen verwendeten Erde nur zu etwa 20% untergemischt werden. Alternativ kann er zur Bodenverbesserung ca. 1-2 cm dick aufgetragen und dann eingearbeitet werden.