Die Hortensie – schon der Name ist Programm

Die Hortensie – schon der Name ist Programm
Die Hortensie – schon der Name ist Programm
Die Hortensie – schon der Name ist Programm

Was hat die Rückgabe einer Kolonie auf den Falklandinseln an Spanien mit einer Pflanze zu tun, die vornehmlich in Japan schon seit vielen Jahrhunderten als Kulturpflanze gepflegt wurde? Nun vordergründig natürlich nichts, deckt man nicht die vielschichtigen Wege auf,  die Pflanzen und ihre Namensgebung zuweilen miteinander verbinden.
Über viele Jahrhunderte wurde in Japan eine Pflanze gezogen, von der Europäer erst im 18. Jahrhundert erfuhren. Zeitweilig galten sogar strenge Verbote hinsichtlich ihrer Verbreitung. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts gelang es dem Botaniker Siebold auf einer seiner Ostasienreisen in den Besitz von einigen japanischen Arten zu gelangen und diese nach Europa zu bringen. Schon gut sechzig Jahre früher hatte man ähnlich Arten aus der Familie der Steinbrechgewächse aus Amerika nach England importiert. Der Botaniker Nicole Charles Seringe gab um 1830 dieser Gattung den botanischen Namen Hydrangea, wobei der erste Namensteil von Hydro (Wasser) und der zweite Teil von Angeion (Gefäßform des männlichen und weiblichen Blütenteils) stammt. Heute zählt man diese Gattung zu der Familie der Hortensiengewächse aus der Ordnung der Hartriegelpflanzen.
Wie aber kam es zu dem Namen Hortensie? Man kann es sich einfach machen und Hortensie aus dem lateinischen Hortus (Garten) als „zum Garten gehörend“ ableiten. Das aber wiederum wäre zu einfach, wenig romantisch und hätte so gar nichts mit der Rückgabe einer Kolonie der Falklands an Spanien zu tun. Folgt man aber den Spuren des französischen Botanikers Jussieu, dann hat ein gewisser Commerson, ebenfalls Botaniker, an der berühmten Bouganville-Expedition teilgenommen, bei der es genau um diese Rückgabe einer Kolonie auf den Falklands an Spanien ging. Und an dieser Expedition soll ein gewisser Prinz von Nassau teilgenommen haben, der eine schöne Tochter hatte. Wir ahnen schon, wie diese hieß: Hortense. Das bedeutet auch nichts anderes als „zum Garten gehörend“, aber ist es nicht weitaus romantischer, einer Blume den Namen einer schönen Frau zu geben?
Wie auch immer, damit wurde der Name der Hortensie zum Programm, denn sie gehört mit ihren rot, weiß, rosa und unter Umständen sogar blau leuchtenden, riesigen Doldenblüten natürlich in einen schönen Garten. Wen stört es bei dieser Pracht da schon, dass es sich gar nicht um Blüten handelt, sondern um Scheinblüten, bei denen die vergrößerten Kelchblätter die Funktion der Blüten übernommen haben?  
Natürlich kennen wir die Hortensie als beliebte Zimmerpflanze. Sie eignet sich aber aufgrund ihrer Größe (bis zu 1,5 m) auch sehr gut als Kübelpflanze. Und dass man sie selbstverständlich auch als Strauch einpflanzen kann oder als Kletterhortensie ganze Fassaden erobern lässt, zeigt die Vielseitigkeit dieser Pflanze. Auch wenn sie vielerorts als altmodisch gilt, so ist zu beobachten, dass sie sich trotzdem wieder einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut.
Die meisten Hortensienarten eignen sich besonders für die Schattenbereiche des Gartens. Dabei bevorzugen sie leicht sauren, nährstoffreichen, humosen Boden. Wie der botanische Namen Hydrangea schon verrät, benötigen diese Pflanzen sehr viel Wasser. Daher muss selbst in regenreichen Gebieten durchaus noch nachgegossen werden. Sie sollten vor allzu heftigem Wind geschützt werden.
 
Hier noch ein paar Tipps rund um die Hortensie:
 
Wer die blauen Blüten der Hortensie mag, sollte wissen, dass es sich hierbei um eine chemische Reaktion handelt. Bei einem pH-Wert des Bodens von etwa 4 bis 4,5 wandelt sich das Rosa der Blüten (es funktioniert nur bei rosa Blüten)  in ein kräftiges Blau. Man kann das für die Blaufärbung verantwortliche Aluminium durch Kalialaun (Apotheke) oder das Mittel „Hortensienblau“ (Fachhandel) beigeben. Bei Topf- oder Kübelpflanzen reicht es schon, die im Fachhandel erhältliche Rhododendronerde zu verwenden, da diese einen entsprechenden ph-Wert aufweist. Aber Achtung: Verwenden Sie beim Gießen allzu hartes Wasser, verändert sich der ph-Wert wieder ins Alkalische und die Pflanze kann das Aluminium nicht aufnehmen. Hier ist eine für manchen sicher weniger attraktive Pinkfärbung der Blüte die Folge. Zum Gießen sollte also, wenn immer möglich, nur Regenwasser verwendet werden.
 
Ob Hortensien geschnitten werden müssen, hängt in starkem Maße von der Art ab. Als Faustformel kann man aber sagen, dass spät blühende Arten im Winter, früh blühende Arten dagegen gar nicht zurückgeschnitten werden sollen.
 
Die Chlorose gilt als eine der typischen Hortensienkrankheiten. Sie äußert sich durch gelbe Blätter mit grünen Adern und ist ein Zeichen dafür, dass der Boden über einen zu hohen pH-Wert oder zu wenig Eisen verfügt. Reichern Sie den Boden einfach mit Rhododendronerde an oder geben Sie entsprechenden Dünger hinzu.
 
Die meisten Hortensienarten sind winterhart, sollten aber vor allzu großem Frost mit Reisig geschützt werden, um so die Voraussetzungen für einen guten Austrieb und reichen Blütensegen im Frühjahr zu schaffen. Auch vor Spätfrostschäden im Frühjahr sollten vor allen Dingen die jungen Triebe bewahrt werden. Dies kann bei Ankündigung solcher Spätfröste durch eine Abdeckung mit Flies erreicht werden.